Im weststeirischen Schwanberg betreibt Reinhard Koppe eine Werkstatt für Rennfahrer und Oldtimer-Liebhaber.

Helmut Marko, die rot-weiß-rote Racing-Ikone und zentrale Figur hinter dem Formel-1-Weltmeister Red Bull, geht mit Lob zumeist sparsam um. In diesem Fall spart er nicht damit. „Der Reinhard Koppe ist ein guter Mann, der kann was“, adelt der Doktor seinen ehemaligen Mechaniker, der in den Achtzigerjahren in Markos Rennteam für den Aufbau und Einsatz der Tourenwagen zuständig war.

Ritterschlag

Das Marko-Kompliment nimmt der 47-jährige Techniker aus Eibiswald mit einem Lächeln zur Kenntnis, in der Branche ist es fast ein Ritterschlag. Der seinerzeitige Job bei Marko in Graz empfahl ihn jedenfalls für weitere Stationen im internationalen Rennsport, wo er für so manche Kaliber deren Boliden betreute und sich die Sporen verdiente: von Le Mans bis Fuji.

Koppe sieht diese Wanderjahre als Fundament seiner heutigen Kernkompetenz, die er in seiner Hightech-Werkstatt in Schwanberg auslebt und gebündelt hat. Koppe: „Der Wissens- und Techniktransfer in den damaligen multikulturellen Mannschaften war für mich ein Hochgenuss. Dazu kam, dass in dieser Zeit die Teams relativ klein strukturiert und im Vergleich zu heute keinesfalls durchorganisieret waren. So war es notwendig, überall Hand anzulegen und alle Prozesse zu begleiten. Der Rennsport hat mich geformt.“

Nach vier Jahren im Motorenversuch bei AVL List in Graz wagte der Techniker 1993 den Sprung in die Selbstständigkeit, ehe er in Schwanberg 2009 ein Schmuckstück von einer Werkstatt auf eine grüne Wiese stellte. Mit dem Anspruch, diese zu einer ersten Adresse für den Aufbau von Rennsportautos aller Kategorien und Klassikfahrzeugen zu entwickeln.

Kernkompetenz

Koppe: „Meine Stärke ist die jahrzehntelange Erfahrung, das Know-how und das umfassende Verständnis für einen Allround-Support. Ein Kerngebiet ist aber auch der Motorenbau und Tuning sowie die Fertigung von kundenspezifischen Teilen.“ Zusammen mit seinem KFZ-Meister Mario Prenner kann Koppe neben dem Wissen auf ein dementsprechendes Equipment zurückgreifen, bei der technischen Ausstattung (eigener Prüfstand, mobiler Windtunnel) ist man auf dem allerletzten Stand.

So reihen sich in Schwanberg auf blank geputzten 500 Quadratmetern kostbare Oldtimer neben Rallye-Autos und im Aufbau befindliche Prototypen – von 60 bis 600 PS. Koppe: „Es ist die Professionalität, die den Unterschied macht – auch beim Service und der Wartung.“

Welches Auto würde der leidenschaftliche Alfa-Fahrer (GTV, Baujahr 1985!) gerne für sich selbst aufbauen? „Einen Lamborghini Miura – mit großem Vergnügen.“ Und eine Lieblingsmarke hat der weststeirische Benzinbruder auch: „Keine Frage: Jaguar – ein großartiges Comeback. Die machen jetzt wieder wunderbare Autos.“

(Gerhard Nöhrer, Kleine Zeitung, am 6.6.2014)


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